Dank der GÖD wächst der ÖGB erstmals seit 1984

24.03.2017 | GÖD News

Mehr Mitglieder aus dem öffentlichen Dienst und bei Privatangestellten. Postgewerkschaft schrumpft.

Wenn es um die Mitgliederzahlen ging, hatten die ÖGB-Präsidenten der vergangenen Jahrzehnte keinen Grund zur Freude.

Wie allen anderen Großorganisationen (Kirchen, Parteien etc.) verlor auch der Gewerkschaftsbund kontinuierlich an Zuspruch.

Gestern nach dem Bundesvorstand konnte der jetzige ÖGB-Chef Erich Foglar aber eine gute Nachricht verkünden: Per 31. Dezember 2016 waren 1.200.889 Mitglieder eingeschrieben. Im Vergleich zum Jahr davor ist das ein Mitglieder-Plus von 4351 Personen. Einen solchen Zuwachs gab es zuletzt 1984.

Mit 35,8 Prozent weist der ÖGB den größten Frauenanteil in seiner siebzigjährigen Geschichte auf.

"Das macht uns stärker"

Foglar stolz: "Das Mitgliederplus macht uns stärker. So können wir die Interessen der Arbeitnehmer noch besser vertreten – für den Einzelnen und für alle zusammen. Das wird uns auch bei den aktuellen Debatten nützen."

Gemeint sind die Verhandlungen der Sozialpartner über die Flexibilisierung der Arbeitszeit und 1500 Euro Mindestlohn. Für den erfolgreichen Abschluss dieser Gespräche hat die Regierung eine Frist bis zur Jahresmitte gesetzt.

Hauptverantwortlich für das ÖGB-Plus ist die Beamtengewerkschaft, die um 3.366 Mitglieder bzw. um 1,4 Prozent zulegte und nun 243.506 Mitglieder vertritt. Ebenfalls deutlich größer wurde die Privatangestelltengewerkschaft. Sie ist mit rund 278.000 Mitgliedern weiterhin die größte Einzelorganisation des ÖGB.

Einbußen gab es bei der früheren Gemeindebedienstetengewerkschaft "younion" sowie bei der Postgewerkschaft. Sie büßte noch einmal 2,2 Prozent ein.

Stabil blieb die vida (Verkehr und Dienstleistungen). Die Bau-Holz-Gewerkschaft konnte sich über deutliche Zuwächse freuen.

Der ÖGB wurde 1945 gegründet. Er ist als Verein mit freiwilliger Mitgliedschaft organisiert.
Beitrag der Oberösterreichischen Nachrichten vom 24.3.2017, Printausgabe vom 24.3.2017 auf Seite 8