Digitaler Staat? Neue Vorreiterrolle der Gewerkschaften

20.07.2017

Die am 4. Juli 2017 gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt organisierte Veranstaltung in der Technischen Universität Wien stand im Zeichen der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen auf den Öffentlichen Dienst und die Verwaltung.

Im Jahr 2017 ist die Entmenschlichung der Arbeit ein hochaktuelles Thema. Die Technik macht gerade Quantensprüngein der Datenverarbeitung, Robotik und in der Kommunikationstechnik.

Die GÖD hat mit der mit dem Bundeskanzleramt organisierten Veranstaltung gezeigt, dass die Rolle der Gewerkschaften in Umbruchszeiten wichtiger denn je ist. Der in Deutschland lebende Unternehmens- und Politikberater Dr. Markus Klimmer sieht eine Vorreiterrolle bei den Gewerkschaften, welche sich dafür einsetzen, dass die Digitalisierung den MitarbeiterInnen nutzt und nicht schadet. Er hält fest, dass „diejenigen erfolgreich sind, die bei neuen Projekten alle Ebenen einbeziehen und das digitale Know-how zusammenführen“.

Der Vortragende Prof. Dr. Tino Schuppan ist überzeugt, dass die Einbindung der MitarbeiterInnen bei der Einführung neuer Arbeitsprozesse und -techniken, Voraussetzung für gelungene Digitalisierungsprojekte ist. Seine empirischen Untersuchungen ergaben, dass die Akzeptanz der Beschäftigten desto mehr sinkt, je geringer ihre Beteiligung ausfällt. Er nennt drei Zutaten für das Scheitern von Projekten: Sind Vorhaben zu groß, zu technikzentriert und werden sie mit der „Topdown“-Methode (Führungskräfte bestimmenohne Einbindung der MitarbeiterInnen) angeordnet,sei der Misserfolg vorprogrammiert.Gefragt sind deshalb neue Führungspersönlichkeiten. Mehr Informationstechnik verlangt nicht mehr technikzentriertes Wissen, sondern vor allem soziale Kompetenzen, um die neuen Möglichkeitenauch sinnvoll – und nicht zu Lasten der Beschäftigten – zu nutzen.

Dass der Öffentliche Dienst gerade in Umbruchszeiten ein Garant für Stabilität ist, betonte Staatssekretärin Mag.a Muna Duzdar in ihrem Statement. „Veränderungen brauchen eine stabile Basis. Wir können uns in Österreich auf den Öffentlichen Dienst verlassen“, meinte die Staatssekretärin. Sie ist überzeugt, dass Innovationen aus dem Inneren der Verwaltung kommen müssen, um auch angenommen zu werden.

Die Einbindung der öffentlich Bediensteten ist das A und O, ist auch GÖD-Vorsitzender Dr. Norbert Schnedl überzeugt: „Die Einbindung der Kolleginnen und Kollegen ist Voraussetzung für die erfolgreiche Abwicklung eines Projekts. Als Gewerkschaft setzen wir uns dafür ein, dass der Mensch im Mittelpunkt steht.“ Dr. Norbert Schnedl hielt fest, dass sich die Gewerkschaft aktiv einbringen wird, um den humanen Aspekt der Arbeit auch in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung zu erhalten.

 

Den ausführlichen Bericht finden Sie im GÖD Magazin 05/2017.

Fotos zur Veranstaltung finden Sie in der Galerie.